Marokko

Schon bei meiner ersten Reise in den Maghreb 2004 war ich von Land und Leute verzaubert. Marokko ein vielfältiges und spannendes Land!

Von Deutschland aus über Land ist es nicht der nächste Weg aber auch keine Weltreise. Drei Tage sollte man aber schon einplanen um nach Gibraltar zu gelangen. Natürlich geht es auch schneller, von Süddeutschland sind es gerade einmal 650km bis Genua. Dadurch spart man sich rund 2000 km Quer durch Europa und ist stattdessen für rund 48 Stunden und 900 Seemeilen auf dem Mittelmeer unterwegs. Oder man steigt in den Flieger. Marrakesch ist gerade einmal 3,5 Flugstunden von Deutschland entfernt. Wie man sich auch entscheidet, in Marokko kommt jeder auf seine Kosten. Morgens einen Cappuccino am Atlantik und ein Spaziergang am Strand, danach in Marrakesch auf dem Basar und in einem der hervorragenden Restaurants Mittagessen, Nachmittags über einen der höchsten Pässe des Atlas Gebirges und Abends in der fantastischen und wunderschönen Todra Schlucht zu übernachten. In lediglich drei weiteren Stunden Fahrt hat man den westlichen Rand der Sahara und der Erg Chebbi ist erreicht. Nach dem Erg Chegaga das zweitgrößte Dünengebiet in Marokko. An der Westseite bei Merzouga herrscht reges Treiben. Hier werden die zahlreichen Touristen auf Kamel-, Quad und Geländewagentouren geschickt. Auf der Ostseite der Dünen ist man dagegen so gut wie alleine.  Ein absolut magischer Ort...

Anreise

Die ersten Male sind wir immer über die Schweiz, Lyon, Montpellier und dann die teure Autopista del Mediterraneo über Barcelona - Valencia - Málaga entlang des Mittelmeers gefahren um nach Nordafrika zu kommen. Auf dieser Strecke kommen zu den Treibstoffkosten auch noch Mautgebühren ohne Ende. Nicht nur in der Schweiz, besonders auch in Frankreich und Spanien kommt einem die Benutzung der Autobahnen teuer zu stehen.

2015 haben wir das erste mal die Mautfreie Alternative Karlsruhe - Dijon - Bordeaux - Salamanca - Sevilla - Algeciras versucht und waren begeistert. Diese Strecke ist nur geringfügig länger, landschaftlich auch sehr schön und der Atlantik bei Bilbao ist fantastisch.

Einreise und Visum

Die entspannteste Möglichkeit um mit dem Schiff nach Marokko einzureisen ist für mich die Strecke Algeciras - Tanger-Med. Hier erwartet einen ein moderner Seehafen mit schneller, unkomplizierter und sehr freundlicher Abfertigung durch Zoll und Polizei. Hier gibt es weder Schlepper noch sonstigen komischen Leute die um einen herumwuseln und etwas von einem wolllen. Wie überall sonst auch bei der Einreise nach Marokko bekommt man auch hier das 90 Tage Visum kostenlos. Alles läuft korrekt und schnell ab und nach kürzester Zeit kann man das Hafengelände verlassen.

Land und Leute

Marokko ist...

Unterwegs

Gleich auf den ersten Metern wird man merken das die Uhren ein wenig anders ticken. Vor und nach Ortschaften, Dörfern und Städten ist mit Polizeikontrollen zu rechnen. Bei diesen Kontrollen werden Touristen jedoch nur in den seltensten Fällen angehalten und kontrolliert. Zu schnell sollte man jedoch nicht unterwegs sein, es wird oft mit Laserpistole gemessen und sofort (mit Quittung) abkassiert... Lediglich auf den Offroad-Pisten im Grenzgebiet zu Algerien und auf den Verbindungsstrecken südlich von El Aaiún (Laâyoune) werden Reisende durch Militär und Polizei kontrolliert. Alles läuft jedoch immer steht's korrekt und sehr freundlich ab.  Hier empfiehlt es sich ausreichend viele Fiche zur Hand zu haben, das beschleunigt die Sache immens. Nachtfahrten sollten so weit es geht vermieden werden. Es sind immer wieder Menschen und Tiere am Straßenrand unterwegs. Auch auf Fahrzeuge ohne jegliche Beleuchtung, befestigte Furten und große Schlaglöcher sollte man gefasst sein. Oft fehlen auch Fahrbahnmarkierungen und Leitplanken.

Das Tankstellennetz ist gut ausgebaut, ein Liter Diesel kostet rund €0,80. Lediglich im Hohen Atlas sollte man nicht mit halbleeren Tank unterwegs sein. In der Westsahara ist der Sprit zollfrei und kostet nur €0,55. Die Qualität ist gut, wir hatten nie Probleme.

Ausrüstung

Auch in Zeiten von Navi und GPS empfiehlt es sich eine Karte in Papierform dabei zu haben. Hier hat sich die Michelin Karte seit Jahrzehnten bewährt. Als Reiseführer ist der ReiseKnowHow zu empfehlen und für Fahrten abseits der Straße die französischen Offroad-Führer von Gandini aus dem Extrem Sud-Verlag. Desweiteren bietet Wikiloc auch noch massig Tracks zum runterladen an.