Ben Amira

Gegen neun, halb zehn wieder losgekommen. Die Nacht im Zelt war sehr angenehm. Mehr Platz als im Auto und auch nicht so stickig. Den ganzen Tag über war es sehr sandig. Von einer Piste oder Fahrzeugspuren ist nur hin und wieder was zu sehen. Immer wieder müssen kleine Dünen gequert werden. Teilweise ist der Sand recht weich und der Toyota wird mit Untersetzung und 3. - 4. Gang bewegt.

 Immer wieder kommen wir durch kleine Dörfer am Rand der Bahnstrecke in denen wenigstens ein paar Leute zu sehen sind und es gibt auch immer wieder Militär, die nach einem Fiche fragen. Sind alles nette junge Männer, teilweise mit Gewehr um die Schulter und immer steht ein Toyota in Sichtweite. Meistens sind es die 79er Pickups. Verkehr haben wir auf der Strecke so gut wie keinen. Seit 3 Tagen haben wir nur ein anderes Fahrzeug gesehen und einen LKW der Streckenarbeiter transportiert hat. Sonst ist hier außer uns nur der Eisenerzzug unterwegs.

Habe heute zuerst einen Jungen und danach zwei Männer bis Ben Amira mitgenommen. Ein paar Kilometer vor dem gleichnamigen Dorf wuchs auf einmal wie aus dem Nichts ein riesengroßer Felsklotz aus der Wüste. Die wahren Ausmaße des größten Monolithen des Kontinents kommen einem jedoch erst wenn man direkt davor steht.
Nachdem meine Mitfahrer ausgestiegen sind haben wir die Gleise überquert und sind Richtung Norden gefahren. Ist wirklich ein beeindruckender Ort und schon etwas ganz besonderes hier sein zu dürfen. Er sind große Ziegenherden unterwegs und hin und wieder eine Gruppe Kamele. Wilfried und ich haben einen kleinen Abstecher nach Norden gemacht. Die Westwand des Ben Amira ist auch beeindruckend und von vielen Quarzadern durchzogen, unheimlich schön und steil. Auch die unmittelbare Umgebung ist wirklich einzigartig. Es sind noch weitere Felsformationen zu sehen, eine sticht besonders hervor, der 7km entfernte Ben Aisha. Dort gibt es bizarre neuzeitliche Felsgravuren. Die wollen wir uns morgen anschauen bevor es weiter nach Choum und Atar geht. Bevor es zurück zu den anderen geht wollten wir noch ein wenig die Gegend erkunden und haben uns in den Dünen doch tatsächlich im weichen Sand festgefahrenen. Also nochmals den Reifendruck verringert. Na das kann morgen ja ein Spaß werden. Es erwarten uns zwei hohe Dünenkämme die wir schon gesehen haben. Zum Glück haben wir Wilfried dabei. Der hat heute schon einen tollen Weg durch die Sandgebiete gefunden.

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