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Erg Chebbi

Bei Merzouga ist eines der beiden Dünengebiete in Marokko, in denen es sich ein wenig nach Sahara anfühlt. Hier hat sich in den letzten Jahren wie ich finde einiges getan. Auf der Westseite des kleinen Erg war schon immer Halligalli angesagt und alles ist wie eh und je... Von jedem wird man angequatscht, hier Tee trinken und Schmuck kaufen, da Teppiche bei Onkel Mohamed gucken und wenn sie sehen da geht nix geht's in die andere Richtung. Was man denn für sie so in Angebot hätte! Gerne wird da nach Handys oder Klamotten zum Tauschen gefragt. Aber auch nach Alkohol, der hier nur sehr schwer und dann teuer zu bekommen ist. Die hier ankommenden Busse, PKW's und Geländewagen spucken massenhaft jeden Tag Touris aus. Die meisten Pauschaltouristen die Marokko besuchen wollen wenigstens eine Nacht in der Wüste verbringen und Recht haben sie. Die Landschaft, die Stimmung und der nächtliche Sternenhimmel sind fantastisch. Tagsüber kann man eine Quad Tour unternehmen oder mit dem Dromedar durch den Sand reiten, abends gibt es dann Folklore und Trommeln, wo ihnen dann im Zeltlager ein Hauch von Tausendundeine Nacht vorgegaukelt wird. Die Ostseite der Dünen gehörte jedoch schon immer den "Freistehern". Ich bin hier schon 2004 mit dem Golf auf der etwas weiter entfernten Piste unterwegs gewesen und hab im Sand geschlafen. Leider ist es hier mit der Ruhe größtenteils auch schon vorbei. Die schönsten Biwakplätze die wir früher so angesteuert haben, haben sind jetzt in permanente Zeltcamps von Veranstaltern verwandelt. Oft sind das riesige Zeltstädte mit großen Solaranlagen und hohen Wassertürmen mit zum Teil mehreren tausend Liter Wasser. Was macht man nicht alles für eine Dusche in der Wüste...
Man findet aber immer noch viele wunderschöne Plätze an denen man mehr oder weniger alleine ist. Aber wenn dann den ganzen Tag Geländewagen, Quads und Motorräder um einen rumknattern und die halbe Nacht irgendwo ein Generator zu hören ist, macht dass keinen großen Spaß und es fällt einem schwer, hier von der "Einsamkeit in der Wüste" zu sprechen. Mit dem letzten Tageslicht steuerte eine Gruppe Quads unseren Schlafplatz an. Zuerst dachte ich was sind das denn für welche, fast hätten sie auch noch Aisha über den Haufen gefahren, doch als sie die Helme abnahmen war die Überraschung groß. Das waren ja die beiden Franzosen die ich am 5. Januar auf der Herfahrt in Spanien bei Bilbao auf einem Rastplatz getroffen habe! Das nette Paar war wie ich mit Hund und Geländewagen unterwegs nach Marokko. Sie haben mich damals gleich in ihr Haus eingeladen und jetzt trifft man sich 11 Wochen später hinter irgendeiner Düne am AdW wieder. Ja so klein ist die Welt... Sie sind gerade mit Gästen und Freunden unterwegs und ich muss unbedingt auf dem Rückweg bei ihnen in Aoufouss vorbei kommen. Versprochen!? Inshallah... Mal sehen wie sich das auf dem Heimweg einrichten lässt...

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