KemKem

Ich hab's auch mal wieder mit ein wenig Dünenfahren versucht; aber selbst hier tue ich mir richtig schwer. Zweimal hab ich den Dicken festgefahren... einmal so richtig mit allem drum und dran, quer in einer Senke gesteckt und beim zurückfahren auf einem Kamelgrasbüschel aufgesessen. Und nach ein paar Mal hin und her ging dann gar nichts mehr. Es hat dann fast eine Stunde gedauert und ich hab nicht nur die Bleche sondern das erste Mal auch den HiLift gebraucht. Auch wenn das Riesentrum sonst immer ganz schön im Weg umgeht, hier konnte ich ihn sinnvoll einsetzen. Zum Dünen-Cruisen ist der Dicke mit seinen dreieinhalb Tonnen glaub ich einfach zu schwer.
Nach zwei Tagen im Erg inkl. einem kleinen Tagesausflug Richtung Taouz zu einem Geocache, wo mir 10 Monate nach dem Publish noch der FTF gelang, ging es heute weiter Richtung Ouzina - Ramlia - Tafraoute - KemKem. Das ist eine der Pisten in Marokko wo "echtes" Wüstenfeeling aufkommt und die man problemlos auch alleine befahren kann denn die Strecke ist stark frequentiert. Sie wird von Veranstaltern, Reisenden und diversen Rallyes gerne befahren. Viele neunmalkluge Leute entlang der Strecke wollen einem jedoch schon seit Jahren immer und immer wieder erzählen, dass man mit diesem Fahrzeug hier auf keinen Fall weiter kommt und man besser in seiner Auberge bleibt um sich am nächsten Tag für teuer Geld den besten Weg durch das Qued zeigen lässt. Solltet ihr hier mal unterwegs sein, lasst euch von diesen Deppen am Weg bloß nicht entmutigen. Die Piste wird oft befahren und es gibt hier auch keinerlei Probleme mit der Navigation. Lediglich die Querung des Qued wo es viel Weichsand gibt kann knifflig sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten das Qued zu durchfahren, die einfachste ist bei N30°40.831 W004°26.395.
Es gibt auch noch eine weiter nördlich bei N30°42.666 W004°26.891 Von Merzouga aus kommend gibt es nach dem Fluss noch ein kleines Dünenfeld zu queren, aber das ist nicht wild und für Allradfahrzeuge oder Motorräder überhaupt kein Problem. Entlang der Strecke gibt es einiges zu entdecken. Es gibt Fossilien, Felsgravuren, prähislamische Steingräber und das KemKem, einer der Orte auf der Welt an dem man Dinosaurier gefunden hat. Irgendwann ist das Gebiet südlich der Piste militärisches Sperrgebiet und wir bekamen jedesmal Besuch von Soldaten. Ein bisschen nach Fossilien schauen und Fotos machen ist okay aber Biwakieren ließ man uns hier nie. Selber findet man natürlich keine Dinoknochen und zu den Ausgrabungsstellen ist es nochmal ein Stückchen weiter, aber man findet so einiges anderes. Versteinertes Holz, Korallen, Muscheln, Schnecken, Kopffüssler und viele Arten von Mineralien. Hin und wieder kann man in den Bergen ringsum eine Mine entdecken und manchmal kommt einem ein schwerbeladener LKW entgegen. Gestern hab ich einen Platz zum Fossilien sammeln aus dem Gandini Führer angesteuert. Hier gab es ganz komische runde Gebilde, keine Ahnung ob das mal ein Tier oder Pflanze war. Hier rund um Tafraoute (der Ort heißt genauso wie der mit den bunten Felsen), hat es wie ich finde die schönsten Übernachtungsplätze in ganz Marokko. Wenn ich so auf das GPS schaue hab ich hier schon an fast jeder Düne übernachtet. Für mich ist das DER Platz in Marokko. Hier hat man tolle Wüstenlandschaft, absolute Ruhe und wenn man Glück hat sieht man hier auch Feneks, die kleinen Wüstenfüchse.

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Kommentare: 6
  • #1

    Manu (Dienstag, 27 März 2018 22:13)

    Es ist einfach superklasse 'mit Dir auf Tour zu sein ' �
    Ich kann mich an den tollen Bildern nicht satt sehen, fühle quasi die Wärme und meine, den Sand riechen zu können �
    Danke für diesen "Urlaub" vom Alltag

  • #2

    Angi (Mittwoch, 28 März 2018 14:38)

    Oh ja, dem kann ich mich nur anschließen!
    Die Tasse Kaffee schmeckt erst richtig gut, wenn man Deinen/Euren Blog dazu liest ;).

  • #3

    Wilfried (Mittwoch, 28 März 2018 20:15)

    Hallo Mike,
    schön zu hören, dass es Dir und Aisha gut geht.
    Wenn ich von Taouz Richtung Cheggaga unterwegs bin, nehme ich gerne die Strecke an den Hügelgräbern (nördl. Taouz N30°54.60‘ W04°02.30‘) bis Ba Hallou. Von dort durch die kleinen aber feinen Dünen bis zum Foum Maharch. Nördlich von Ba Hallou gibt es auch je nach Jahreszeit ein stehendes Gewässer im Ourd Rheris, dort kann man die verschiedensten Wasservögel beobachten. Antilopen und Fenneks gibt es im kleinen Dünengebiet nördl. Foum Maharch zu sehen. Auf dieser Strecke war ich bisher immer alleine Unterwegs!
    Im Erg Cheggaga ist nahe N29.84075 W6.35587 mein bevorzugter Nachtplatz. Dort hat es auch Antilopen und Fenneks! Ist halt etwas sandig ;-)
    Wünsche Euch noch eine schöne Zeit bis auf ein Wiedersehen in Rabat.
    Wilfried

  • #4

    Volker (Mittwoch, 28 März 2018 21:10)

    Schöner RB und tolle Fotos von euch zwei !!!!
    Schöne Zeit euch noch (:-)

  • #5

    Marion (Sonntag, 01 April 2018 17:42)

    Vielen Dank, dass ich an Eurer Reise teilhaben darf. Es sind wunderschöne Bilder und mit den Berichten fühlt man sich "fast" wie selbst im Urlaub.
    Gute Heimreise und bis bald.
    Freue mich schon auf Euch und natürlich auf Aisha
    LG
    Marion mit Tom

  • #6

    Zacky (Montag, 02 April 2018 10:23)

    Wieder mal: einfach nur Wow!!