Ausrüstung

Nach dem Motto "My Car is my Castle" ist natürlich das Fahrzeug zentraler Bestandteil und wenn man so will der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. Es sind zwar nur knapp 3 m² nutzbarer Innenraum, aber man bekommt doch so einiges unter...

 

Eine Auflistung aller Ausrüstungsgegenstände wird es hier nicht geben. Jeder weiß selbst am besten, was er oder sie auf Reise benötigt. Macht euch eine Liste, das ist wichtig das man nichts vergisst und auch wirklich an alle wirklich wichtigen Dinge gedacht hat. Schreibt wirklich alles rein was ihr dabei habt und was ihr nicht benutzt habt könnt ihr das nächste Mal gleich daheim lassen. Ausgenommen davon sind natürlich Erste Hilfe, Werkzeug und wichtiges Backup-Material. Haltet es so simpel wie nur irgend möglich und beschränkt euch wirklich auf das allernötigste. Spart aber nicht am falschen Ende, nichts geht über ein gutes Zelt und eine riesengroße, fette Liegematte. Auf jeden Fall schon vor dem Kauf von Ausrüstung sich Gedanken machen ob man den ganzen Blödsinn wirklich braucht den man vorhat sich zu besorgen!

Leicht, kompakt, robust und langlebig lautet die Devise!

Wenn es warm ist schlafen wir gerne im Dachzelt. Wenn es schnell gehen und unauffällig sein soll im Auto. Wenn es ein schöner, einsamer Platz ist, stellen wir gern das Bodenzelt auf. Für längeres Schlechtwetter haben wir meistens auch noch ein Heckzelt dabei wo man sich aufhalten und Kochen kann.

 

Ob nun Klappdach, Dachzelt, Bodenzelt oder im Auto - Wo geschlafen wird ist Geschmackssache und muss auch ein wenig den Bedingungen angepasst werden!

Als Schlafunterlage haben sich die üblichen selbstaufblasbaren Matten bewährt. Ein guter Schlafsack ist Pflicht, verbringt man doch ein Drittel der Reise in ihm. Ob nun Daune oder Kunstfaser hängt ein wenig von Jahreszeit und Region ab. Die Daune lässt sich kleiner verstauen und ist leichter. Dafür will sie aber auch gepflegt werden. Meine Empfehlung für Frühling, Sommer und Herbst in Europa: ein guter Kunstfaserschlafsack den man auch als Decke öffnen kann. Für längere Zeit bei richtig kalten Temperaturen kommt sowieso nur ein guter Dauenschlafsack in Frage.

Zum Kochen verwenden wir kleine, einfache aber effektive Gaskocher die direkt auf die überall erhältlichen 1,8 - 2,8 kg Gasflaschen geschraubt werden. Ein Luxus auf den wir nicht verzichten wollen ist eine Kompressor-Kühlbox. Die richtig guten sind teuer, kühlen bis -20° und haben selbst unter harten Bedingungen eine Lebenserwartung von über 25 Jahren. Eine gute Stirn- und Taschenlampe machen sich bezahlt, hat man sie doch jede Nacht im Einsatz. Ein Spaten, eine Axt und Machete sollten auch nicht fehlen.

Gute Klappstühle und ein Roll/Falttisch aus Alu/Holz/Kunststoff sind leicht und lassen sich platzsparend verstauen. Auch wenn mittlerweile das meiste schon mit "normalem Navi" oder Tablet mit entsprechenden Karten und Apps geht, sollte für die Navigation auch ein GPS-Gerät mit entsprechenden Offline Karten dabei sein. Bei vollen Tanks haben wir 100l Wasser und 230l Diesel an Bord. Mit entsprechenden Essensvorräten kommt man da ganz gut allein zurecht und ist selbst in abgelegenen Gebieten für mehrere Wochen Autark. Bei längeren Standzeiten empfehle ich größere/mehrere Batterien und ggf. auch ein Solarpanel.

Ist man erstmal unterwegs merkt man ganz schnell, dass man den meisten Schnick-Schnack sowieso nicht braucht...

Camp

Nach einem langen und anstrengenden Tag  am Steuer braucht man spätestens am Abend einen guten Stellplatz. Um zu Kochen, um zu entspannen und wo man sicher die Nacht verbringen kann. In weitgehend unbewohnten Gebieten ist das natürlich sehr einfach. Man kann sich quasi direkt auf die Piste stellen weil nur alle paar Tage ein Fahrzeug vorbei kommt. In wenig besiedelten Landstrichen reicht es meistens schon ein paar hundert Meter einem Feldweg zu folgen um einen schönen Platz zu finden. In dicht besiedelten Gebieten kann die Suche nach einem sicheren Stellplatz oft nicht ganz einfach sein. Gerade im Mittelmeerraum rund um die großen Metropolen wie Marseille, Barcelona, Valencia,... sollte man auf wildes Campieren nahe einer Straße besser verzichten oder einen wirklich guten Platz haben. Auch die zahlreichen Autobahn Raststätten sind mit Vorsicht zu genießen. Auf gefakte Pannen und falsche Polizisten sollte man besser auch nicht reinfallen. Der Autor weiß wovon er spricht... Gerade auf langen Verbindungs-/Transit-Etappen kann es schon mal passieren, dass man bis in die Nacht hinein fahren muss. Das erschwert die Suche nach einem geeigneten Stellplatz natürlich erheblich. Oft hilft dabei eine Onlinekarte mit Satellitenbild um zum Beispiel ein nahegelegenes Waldgebiet auszumachen. Findet man dennoch keinen geeigneten Platz oder hat ein ungutes Gefühl, sollte man besser weiterfahren. Oft hilft hier nur noch ein Campingplatz. Wenn alle Stricke reißen und man im Auto schlafen kann, sind beleuchtete Parkplätze großer Hotels eine Option. Wenn man gar nicht weiter weiß, würde ich mir die nächste Feuerwehr-/Polizeidienststelle suchen um in Sichtweite der Station zu nächtigen.

Hat man einen guten Platz gefunden, gibt es einiges zu beachten. Privatgrund sollte grundsätzlich Tabu sein und an Fahrverbote sollte man sich natürlich auch halten. Lagerfeuer bitte nur an geeigneten Plätzen! Im Wald, in sehr trockenen Gebieten und bei akuter Waldbrandgefahr sollte man natürlich auf offenes Feuer verzichten. Auch mit Zigaretten und Kocher gut aufpassen. Nehmt euren Müll wieder mit und vielleicht auch die ein oder andere Dose, Flasche,... die ihr schon vorgefunden habt. Es gibt nix schlimmeres, als einen schönen Platz mit Toilettenpapier zu dekorieren und in eine Kloake zu verwandeln. Nehmt euren Spaten und stecht eine Grasnarbe oder hebt ein kl. Loch aus. Hinterlasst den Platz genauso sauber wie ihr ihn vorgefunden habt. Lasst über Nacht kein Essen draußen und hängt euren Müll irgendwo nach oben. Das lockt sonst nur Tiere an und dann ist wieder nix mit einer entspannten Nacht... Verstaut am besten Stühle und Tisch bevor ihr schlafen geht und lasst draußen so wenig wie möglich rumstehen. Stellt euer Fahrzeug so, das ihr jederzeit Abfahrbereit seid. Sollte wirklich etwas sein und man schnell weg muss, ist man so in wenigen Augenblicken startklar und man muss nicht auch noch Rangieren oder irgendwelches Zeug einsammeln!

 

Sollte ein Land/Feld/Waldbesitzer, Jäger, Landwirt oder Anwohner auftauchen seid freundlich und bleibt am besten bei der Wahrheit: Man ist auf der Durchreise, man bleibt nur diese eine Nacht, es wird kein Feuer gemacht und man nimmt seinen Müll natürlich auch wieder mit. Das hat in all den Jahren immer gut funktioniert und wirklich Ärger hatten wir noch nie. Im Gegenteil, man hat uns schon oft ins nahegelegene Haus zum Übernachten oder zum Essen eingeladen. Vor ein paar Jahren haben wir in einem Thymianhain in Südspanien übernachtet und der Besitzer sah uns wohl schon von weitem kommen, schaute wenig später mit seinem Hund vorbei um zu sehen wer wir sind und was wir hier wollen. Eine Stunde später kam er erneut vorbei und hatte Brot, Oliven, Käse und eine Flasche Wein dabei! Es wurde ein sehr schöner Abend...

Ich bin kein großer Freund von Websites und Reiseforen die Koordinaten zu Stellplätzen veröffentlichen. Manchmal macht das aber schon Sinn und hilft gerade in und um Städten ungemein. An wichtigen Knotenpunkten wie Airports, Landesgrenzen oder dem Fährhafen wo man am nächsten Morgen ablegt ist so ein Platz manchmal Gold wert. Allzu hoch sollte man seine Ansprüche jedoch nicht schrauben. Oft ist das dann bloß ein Supermarkt-Parkplatz im Gewerbegebiet. Der Vorteil dabei ist jedoch das man dort dann selten allein ist. Viele Overlander kennen diese Orte und steuern solche Plätze an. Hier kann ich euch iOverlander und park4night empfehlen...

Je netter ihr euch gebt, umso einfacher haben es die, die nach euch kommen!