Die Struktur

Guelb Er Richat ist ein einzigartiges, ringförmiges kraterähnliches geologisches Gebilde in der Sahara in Zentralmauretanien.

Wir waren von Anfang an fasziniert von Guelb Er Richat und es war sofort klar, da müssen wir hin...

Mal abgesehen vom Wikipedia Eintrag finden sich nicht so viele seriöse Seiten und Infos zur Richat Struktur. Es gilt jedoch als gesichert, dass es sich hierbei nicht um einen Einschlagkrater oder um einen Vulkan handelt. Die genaue Entstehung ist bis heute nicht restlos geklärt. Wikipedia spricht von der Erosion einer Domstruktur welche wiederum durch magmatische Intrusionen aufgewölbt wurde, durch die dabei entstandenen Schwächezonen seien hydrothermale Fluide eingedrungen, die eine Verkarstung und Silifizierung des Materials verursacht hätten.

Der Einstieg

Atar ist rund 250km vom Guelb Er Richat entfernt und der ideale Ausgangspunkt. 

Als gute Übernachtungsmöglichkeit bietet sich das Camping Bab Sahara an. Es befindet sich im westlichen Teil der Stadt bei N20°31.092 W013°03.426. Rund um den Zentralen Kreisverkehr (N20° 31.730 W013°03.130) gibt es diverse Obst- und Gemüsestände und auch einige kleine Bäckereien, Supermärkte und Restaurants. Nördlich davon hat es einen großen überdachten Markt und im Souq in den kleinen Gassen und Straßen rundherum bekommt man alle Vorräte, die für einen Trip zur Richat Struktur benötigt werden. Hier lässt sich Geld tauschen und eine einheimische SIM-Karte für's Handy besorgen. Es gibt einige Tankstellen in der Stadt, zu empfehlen ist hier die Star Petrol, vom zentralen Platz ca. 1km auf der N1 nach Süden nach dem Militärgelände auf der rechten Seite.  Die Wasservorräte füllt man am besten noch im Camping Bab Sahara auf.

Die Strecke

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich der Richat Struktur zu nähern...

 

Variante 1: Atar - Ouadane - Guelb Er Richat / 250 km / 5-8 Stunden Fahrzeit

Die einfachste und schnellste Möglichkeit ist sicherlich die neue geteerte Straße über den Passe d'Amogjar und weiter auf geschobener Piste mit teilweise wirklich sehr schlechtem Wellblech nach Ouadane. Von Ouadane sind es noch rund 25 km auf Piste und Sand zum Kratertor das sich bei N21° 01.290 W011°26.470 befindet. Von hier geht es über eine gut sichbare, teils stark versandete, teils steinige Piste noch einmal gut 15 km bis ins Zentrum.

 

Variante 2: Atar - Chinguetti - Guelb Er Richat / 250 km / 1-3 Tage Fahrzeit

Es geht rund 85km auf guter Piste nach Chinguetti. Wir verlassen das Dorf in östlicher Richtung und folgen für ca. 20 km einem sandigem Wadi. Bei N20° 31.360 W012° 12.530 queren wir kleine Dünen und halten uns die nächsten 30 km Richtung Nordost. Bei N20° 43.190 W011° 52.540 ist eine kleine Oase erreicht. Von hier sind weitere 40 km durch teilweise sehr weichen Sand und kleinere Dünen bis Ouadane erreicht ist.

 

Variante 3: Atar - Jraif - El Beyyed - Guelb Er Richat / 350 km / 2-3 Tage Fahrzeit

Wir verlassen Atar in östlicher Richtung und nehmen die Piste nach Chinguetti. Ca. 10 km nach dem Polizei/Militärkontrolle verlassen wir die Hauptpiste und biegen bei N20° 31.564 W012° 56.180 ab und folgen den Spurenbündel Richtung Nordost. Nach 23 km macht die Piste einen Schwenk nach Süd/Südost. Bei N20° 36.120 W012° 44.263 ist eine Weggabelung, hier treffen wir auf die Piste vom Amogjar Paß. Wir fahren links und halten uns weiter Richtung Nordost/Ost. Nach rund 70 km erreichen wir die Sebka Chemcham. Es folgt eine längere Strecke auf dem Zeitsee wo wir mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sein können. Ein wichtiger Punkt zwischen beiden Seen liegt bei N21° 08.132 W012° 07.298 Wir folgen weiter der besten Piste nach Nordost, dem schon weithin sichtbaren Erg Aderg entgegen. Wir bleiben immer rechts der Dünen und nach weiteren rund 50km erreichen wir El Beyyed. Kurz vor dem Dorf geht es über längere Zeit durch ein Wadi mit üblem Weichsand. Wir halten uns nun nach Süden und fahren über den Pass bei N21° 27. 360 W011° 18.258 Von hier sind es noch rund 50 km auf sehr steiniger, teils versandeter Piste bis ins Zentrum.

 

Variante 4: Atar - Jraif - El Beyyed - El Ghallaouia - Guelb Er Richat / 550km 4-6 Tage Fahrzeit

Von El Beyyed fahren wir ca. 8 km nach Nordost zu einem engen, steinigen Pass der sich bei N21° 31.500 W011° 16.235 befindet. Nach dem Pass kommt man durch fantastische Wüstenlandschaften, hier lässt sich überall prima Biwakieren. Bis El Ghallaouia sind es noch rund 80 km auf teils sehr sandiger Piste wir halten uns immer Ost/Südost. Das alte Militärfort das 2007 überfallen und danach aufgegeben wurde liegt bei N21° 35.368 W010° 36.490 Es geht nun nach Süden durch das immer enger werdende Wadi. Viele Weichsandfelder sind zu queren, je enger die Schlucht wird desto steiniger wird es. Nach der Schlucht geht es rund 120 km auf gut zu fahrendem Sand. Wir halten uns immer Richtung Südwest und steuern die Abbruchkante bei N20° 59.187 W011° 13.565 an. Zuletzt geht es durch einige hohe Dünen und weichen Sand, wir fahren immer West/Nordwest auf das Kratertor zu das bei N21° 01.290 W011°26.470 liegt.

 

Je nach dem ob man sich von Norden über den Pass bei El Beyed oder von Süden nähert ist die Strecke mehr oder weniger anspruchsvoll. Bis auf ein paar längere Sandpassagen ist immer eine Piste zu erkennen und die Orientierung ist meist kein großes Problem. Von Ouadane sollte die Strecke mit einem robusten Geländewagen auch für Leute ohne große Wüsten/Navigationserfahrung machbar sein. Alle anderen Varianten sollten nur mit einem wirklich gut gewarteten Geländefahrzeug, Erfahrung im Navigieren, Sand/Dünenfahren und entsprechender Ausrüstung durchgeführt werden.

Im Auge der Sahara

Um ehrlich zu sein gibt es im Zentrum des Auges nicht wirklich viel zu sehen. Es hat ein paar verfallene windschiefe Hütten und ein relativ neu errichtetes solides Steinhaus der Gemeinde Ouadane. Man käme nicht im Traum darauf dass man sich in einer so einzigartigen geologischen Formation befindet, es könnte schlicht weg überall sein. Im Osten zwei Kilometer Luftlinie entfernt gibt es eine kleine Oase, die L'arbre de Madame Monod, der einzige grüne Fleck im Umkreis von vielen Kilometern. Dennoch gibt es einiges zu entdecken und auch geologisch ist es interessant, es gibt eine Hülle und Fülle an schönen Gesteinen.