Matmata

Dieser Offroad-Track führt euch zu einem spektakulären und einzigartigen Ort! Die letzten überlebenden Westafrikanischen Krokodile (Crocodylus suchus), besser bekannt als Saharakrokodile sind u.a. noch hier im Guelta Matmata zu finden. Man geht von rund zwei Dutzend Exemplaren aus die hier noch leben und die Zeit überdauert haben. Die Art galt als längst ausgestorben und wurde Anfang der 1990er Jahre in einigen Oasen und Gueltas in Zentralmauretanien erneut beobachtet.

Der Einstieg

Auf dem Weg von Nouakchott nach Tidjikja befindet sich das Guelta Matmata in einer Schlucht rund 25 Kilometer von der Teerstraße entfernt. Man verlässt den Asphalt 17 Kilometer nach Moudjeria, laut Wikipedia einem der heißesten Orte der Erde. Hier können die Temperaturen im Sommer leicht die 55°C übersteigen! Im kleinen Dorf Nbeika verlassen wir bei N17° 58.202 W012° 14.644 die befestigte Straße und folgen einer kleinen unscheinbaren Sandpiste.

Die Strecke

Nach den letzten Häusern geht es durch angelegte Gärten und Palmenhaine, danach wird der Sand sehr weich. Der vielbefahrenen und gut erkennbaren Sandpiste folgen wir für rund 7 Kilometer grob Richtung Ost. Immer wieder treffen wir auf weitere Fahrspuren und Verzweigungen. Bleibt auf der Hauptpiste und haltet euch im Zweifel eher Links. Ungefähr bei N17° 59.100 W012° 11.500 dreht die Piste dann auf Südost. Immer wieder sind Häuser und umfriedete Weiler zu sehen. Oft führt die Piste durch ausgetrocknete Bäche und Flussbetten. Hier sind die Sedimente oft so fein und pudrig dass sogenannter Fech Fech entsteht. Diese extrem feinen "Sand" - Passagen kommen auf den letzten Kilometern recht häufig vor und sind unangenehm zu fahren. Es sind viele Hirten/Kinder mit ihren Tieren unterwegs. Fahrt hier bitte dementsprechend langsam und Vorsichtig! Bei N17° 54.000 W012° 07.600 ist das Dorf Dar Assalama erreicht. Auf den aktuellen Satellitenbildern bei Google Earth von 2016 sieht man Wasser im Fluss. Unter diesen Umständen müsste das Wadi wohl weiter nördlich überquert werden sofern die Wassertiefe das überhaupt zulässt. Frühjahr 2020 war das bis auf einige kleine Pools alles trocken und gut zu befahren. Ein Stück weiter das Flussbett hoch gibt es rechts und links des Flusses in den Palmenhainen wunderschöne Übernachtungsplätze.

Von hier aus gibt es zwei Möglichkeiten zu den Krokodilen zu gelangen:

Variante #1:

Ihr könnt von eurem Biwakplatz noch ein paar hundert Meter dem Flussbett folgen bis Wasser und Felsblöcke den Weg für das Fahrzeug versperren. Von hier sind es noch gut zwei Kilometer bis zum See für die ihr einfach rund eine Stunde einplanen solltet. Wir haben hier Hirten beobachtet die am linken Seeufer über Steige und Pfade auf die Hochebene rauf sind. So würde sich die Möglichkeit ergeben den See auch von oben zu sehen.

 

Variante #2:

Fahrt wieder aus der Schlucht raus und an dessen Ende nach links zu einem Palmenhain. Unmittelbar danach beginnt die steinige Naturpiste rauf in die Berge. Der Einstieg befindet sich in etwa bei N17° 53.545 W012° 07.470, die nächsten gut fünfeinhalb Kilometer geht es über freigeräumte Felsplatten. Bis zum Parkplatz bei N17° 52.592 W012° 05.643 wird man ordentlich durchgeschüttelt. Von hier sind es noch rund 300 Meter zu Fuß nach Norden um an die Abbruchkante zu gelangen. Ein Stück die Piste weiter lässt sich beim Fluss wieder wunderschön zwischen Palmen Biwakieren (N17° 52.455 W012° 05.485)

Die wichtigsten Infos

  • Die einfache Strecke Nbeika bis zum Biwak im Flussbett beträgt  21 Kilometer und weitere 5,5 km auf der "Platten-Piste" rauf zum oberen Parkplatz - auf dem selben Weg geht es wieder zurück nach Nbeika
  • Auf den ersten Kilometer ist der Sand sehr weich. Am besten schon vor Nbeika rechts ran fahren und entsprechend Luft ablassen. Oder ihr macht das im ersten Weichsandfeld gleich nach dem letzten Haus von der gesamten Dorfjugend umringt
  • Um die Krokodile gut beobachten zu können solltet ihr unbedingt ein gutes Fernglas oder ein großes Tele dabeihaben
  • Auch wenn das gut als Tagestour geht, nehmt euch für diesen Track Zeit und plant zumindest eine Übernachtung ein
  • Sobald man die Teerstraße verlassen hat gibt es keinerlei Versorgungsmöglichkeiten mehr
  • Die Navigation sollte kein großes Problem darstellen. Durch die sich veränderten Wasserstände und die vielen kleinen Bäche und Flußarme die gequert werden müssen dürfte sich die Route jedoch immer ein wenig verändern
  • Gute Routingfähige OSM-Karten für die Region lade ich meistens hier runter. Als Papierkarte kann ich euch die von Gizi empfehlen
  • Als Reiseführer kann ich euch die sensationell guten und schon legendären 4x4 - Handbücher von Gandini an Herz legen. Die sind zwar auf Französisch, enthalten aber jede Menge gute Wegpunkte und GPS-Koordinaten. Auch sehr gut, recht aktuell und auf Deutsch ist das GPS-Offroad-Tourenbuch von Pistenkuh

Download

Hier steht der gesamte Track als kostenloser Download zur Verfügung. Einmal als .gpx um ihn sich direkt auf's Garmin zu spielen und einmal als .kmz um es in Google Earth zu importieren.

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Biwak im Flussbett
Biwak im Flussbett

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